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Die Wirtschaft Frankreichs
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Industrie und Wirtschaft in Frankreich
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges hatte Frankreich ein ausgesprochen ungünstiges Wirtschaftsgefüge: eine umfangreiche, aber insgesamt rückständige Landwirtschaft und eine in allen Teilen überalterte Industrie. Erst in der Zeit danach erfolgte ein beachtlicher Aufschwung. In einigen Spezialbereichen, wie im Flugzeug- und Automobilbau, in der Chemie und Elektronik, konnte Frankreich in der relativ kurzen Spanne his heute Weltniveau erreichen. Die wichtigsten Ursachen für diesen Strukturwandel waren die Verstaatlichung einiger Wirtschaftszweige in den Sektoren Verkehr, Energie, Autoindustrie, Banken sowie die staatliche Wirtschaftsplanung.
Eine übergeordnete Plankommission erstellt einen Fünfjahresplan, in dem die wünschenswerten Investitionsschwerpunkte beschrieben werden. Dieser Plan gilt für die Unternehmen als Orientierungsrahmen. Durch bestimmte Gesetze ist die Konzentration von Betrieben zu Großunternehmen gefördert worden. Der Versuch, die historisch gewachsene Konzentration der Industrie auf Paris abzubauen, kann zum Teil als gelungen bezeichnet werden. Außer der starken Förderung von Lyon und Marseille verzeichnen Städte, wie Dijon und im weiteren Umland von Paris Le Mans, Rennes, Caen, Rouen, Amiens, eine beachtliche Entwicklung.
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Im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland hat Frankreich mehr Beschäftigte in der Landwirtschaft und im Dienstleistungsbereich, dafür weniger in der Industrie. Vom Bruttosozialprodukt her nimmt es den 16. Platz in der Weltrangliste ein. Die höchsten Durchschnittseinkommen sind in den drei Ballungsregionen Paris, Lyon und Marseille zu verzeichnen, die schlechtesten Verdienstmöglichkeiten liegen im Westen und Südwesten sowie in den alten Industriegebieten Lothringens.
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Land- und Forstwirtschaft in Frankreich
Bei Nahrungs- und Genussmitteln, wie Wein, Sekt, Zucker, Weizen. Mais, Fleisch, Milchprodukten und bestimmten Obst- und Gemüsearten (Artischocken. Blumenkohl, Salat), ist Frankreich führender Nahrungsmittelprozent in der EG.
Wichtige Ursachen dafür sind die überwiegend günstigen, vielseitigen Böden und Klimate. Sie reichen vom wintermilden Meeresklima der Bretagneküste über die fruchtbaren lößbedeckten und sommerwarmen Weizen-. Zuckerrüben- und Maisanbaugebiete der Beauce (südlich von Paris) bis zu den klimagünstigen Niederungen an Oberrhein, Rhone und der Mittelmeerküste. Die betriebswirtschaftlichen Bedingungen, wie Besitzgröße, vorhandene Arbeitsplätze, Maschinenausstattung, Vermarktungsmöglichkeiten, müssen insgesamt als ungünstig bzw. rückständig bewertet werden.
Eine Dynamik anderer Art zeigt die Landwirtschaft im Zentralmassiv und in den Gebieten Ostfrankreichs bis zu den Vogesen. Aus vielen Feldern und Wiesen wurde Ödland, weil die Kleinbauern schon seit Jahrzehnten abwandern. Häufig haben die leer stehenden Bauernhöfe inzwischen als Ferienhäuser eine neue Funktion erhalten.
Der Bau von Be- und Entwässerungsgräben, Kanälen Sowie Staumauern hat im unteren Rhonetal Impulse für einen intensiven Feldbau gebracht. Zuchtverbesserte Weinreben für die Qualitätsweinerzeugung anstelle der billigen Massenweinherstellung konnten eingeführt werden. Obstpflanzungen, besonders von Pfirsichen, und der Reisanbau haben zugenommen.
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Der Verkehr in Frankreich
Kennzeichnend am dichten Wasserstraßen-. Bahn-, Autostraßen und Flugliniennetz ist die sternförmige Ausrichtung aller Verkehrswege auf die Metropole Paris. Der Ferngütertransport erfolgt zu 50 Prozent mit der Bahn und zu 40 Prozent auf der Straße, wobei auf den noch begrenzten Autobahnbau verwiesen werden muss. Etwa zehn Prozent der Güter werden auf Kanälen befördert, die jedoch vielfach veraltet und meist nur für 280-Bruttoregistertonnen Kähne geeignet sind. Unter den Seehäfen rangiert Marseille vor Le Havre und Dünkirchen. Von der staatlichen Air France. die eines der längsten Streckennetze der Welt aufweisen kann, wird der Flugverkehr organisiert. Der Außenhandel nimmt an Umfang ständig zu. Beim Export dominieren Industriewaren wie Autos, Ersatzteile. chemische, optische und feinmechanische Artikel.
An landwirtschaftlichen Gütern spielen Weizen, Milchprodukte und Wein eine Rolle. Die erzielten Umsätze erreichen aber nicht die Importkosten, so dass seit Jahren ein wachsendes Außenhandelsdefizit besteht. Die höchsten Kosten für Importe entstehen bei Erdöl (rund 40 % der Importkosten). Hinzu kommen Ausgaben für Rohstoffe, Halbfabrikate und auch für Fleisch, was bei den landwirtschaftlichen Möglichkeiten Frankreichs verwundert.
Führender Handelspartner ist die Bundesrepublik Deutschland innerhalb der EG-Staaten. mit denen rund die Hälfte des Außenhandels abgewickelt wird. Der Warenaustausch mit den ehemaligen Kolonien ist auf 15 Prozent abgesunken.
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