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Frankreich - Geschichte und Politik


Zeittafel

Übersicht über die französische Geschichte

  • 843: Vertrag von Verdun
  • 1339-1453: Hundertjähriger Krieg mit England
  • 1562-1705: Hugenottenkriege
  • 1643-1715: Ludvig XIV, Höhepunkt des Absolutismus
  • 1789: Französische Revolution
  • 1792: Ausrufung der Ersten Republik
  • 1799-1814: Konsulat und Kaiserreich Napoleons
  • 1815-1848: Königreich
  • Ab 1830: Aufbau des 2. Kolonialreiches
  • 1848: Februarrevolution. König gestürzt
  • 1848-1851: Zweite Republik
  • 1852-1871: Kaiserreich unter Napoleon III.
  • 1870-1871: Deutsch-Französischer Krieg, Verlust Elsass - Lothringens
  • 1871-1940: Dritte Republik
  • 1918: Beendigung des Ersten Weltkriegs, Rückerhalt von Elsass-Lothringen
  • 1939: Eintritt in den Zweiten Weltkrieg
  • 1946-1958: Vierte Republik, Umwandlung des Kolonialreiches, in die Französische Union
  • 1949: NATO-Beitritt
  • 1957: EWG-Beitritt
  • 1958: Verfassungsänderung, mehr Gewicht für den Präsidenten (de Gaulle)
  • 1963: Deutsch-Französischer Freundschaftsvertrag
  • 1966: Austritt aus den militärischen Organisationen der NATO
  • 1968: Soziale Krise - Maiunruhen
  • 1969: Rücktritt de Gaulles

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Frankreich - Entstehung und Geschichte

Im Laufe der Geschichte ist das französische Volk zu einer Nation gewachsen, die sich eine relative Eigenständigkeit in der EU und gegenüber den USA oder dem Ostblock vorbehält. Historische Stationen auf diesem Weg waren die absolute Monarchie des "Sonnenkönigs", Ludwig XIV., die Französische Revolution, die Weltmachtambitionen von Napoleon und der Ausbau des Kolonialreiches ab 1830 im Landesinnern haben sich starke Gegensätze herausgebildet zwischen Paris als Metropole und dem übrigen eher provinziellen Frankreich.

Frankreich und die Steinzeit:
Von altsteinzeitlichen Höhlenmalereien in Südfrankreich und den Dolmen, den bronzezeitlichen Kultbauten der Gallier in der Bretagne, weiß man, dass die Gebiete schon früh besiedelt worden sind. Fortgesetzt wurde die Landeserschließung durch die Römer, die eine hohe Zivilisation in den französischen Raum brachten, und anschließend durch die germanischen Franken. Aus der Erbteilung des Machtbereiches von Karl dem Großen ging im Vertrag von Verdun 843 mit dem "romanischen Westente die Keimzelle zum Nationalstaat Frankreich hervor. Über vier Jahrhunderte dauerte die Auseinandersetzung zwischen dem König und den ansässigen Fürsten. In diese Zeit fallen entscheidende Kulturentwicklungen. Die Zisterziensermönche förderten Landbau. Wissenschaft und Baukunst - Bauwerke der Romanik und später der Gotik entstanden. Im Hundertjährigen Krieg mit England verhalf Jeanne d'Arc 1429 Karl VII. zum Thron. auf den auch die englische Krone Anspruch erhob. Nach Kriegsende wurde Frankreich ein geeinter Nationalstaat.

Die Religionskriege in Frankreich:
Um 1600 führten die Religionskriege gegen die (protestantischen) Hugenotten zu einer Schwächung des französischen Volkes. Viele Hugenotten wurden umgebracht oder wanderten aus. Der Absolutismus im 17. Jahrhundert brachte eine Förderung von Landwirtschaft, Gewerbe (Seiden- und Teppichmanufakturen) und Handel: Straßen und Kanäle wurden gebaut (merkantilistische Politik). Eine straff organisierte und auf Paris ausgerichtete Verwaltung versah die Staatsgeschälte.

Ludwig der Sonnenkönig:
Unter Ludwig XIV., dem "Sonnenkönig-", war der Gipfel des Absolutismus erreicht, indem sich alles staatliche Handeln nur noch um den König drehte. Der prachtvolle Hofstaat, Verschwendungssucht und Mätressenwirtschaft führten zu wachsender Staatsverschuldung, die wiederum die Ausbeutung der Bauern und Gewerbetreibenden zur Folge hatte. 1789 kam es zur Revolution, in der für Abschaffung der Feudalrechte, Bauernbefreiung und Fortfall des Zunftzwanges gekämpft wurde. Zur Beseitigung der Adelsherrschaft wurden im Jahre 1790 90 Departements (Verwaltungsbezirke) eingerichtet und von Paris aus straff geführt. 1792 wurde die Republik ausgerufen.

Napoleon Bonaparte:
Napoleon Bonaparte beendete mit einem Staatsstreich die Französische Revolution. Nachdem er 1802 zunächst Konsul wurde, krönte er sich 1804 zum Kaiser. Im Anschluss an die Napoleonischen Kriege mit den Mächten Europas setzte erneut der wirtschaftliche Niedergang ein, zumal die Zollschutzmauern fielen und das Land mit billigen Industriewaren aus England überschwemmt wurde. Die dringend notwendige Industrialisierung kam nicht zustande. Als Ersatz wurde, ab 1830 in Nordafrika, Südostasien und Ozeanien ein Kolonialreich aufgebaut.

Der Deutsch Französische Krieg:
Eine Schwächung bedeutete auch die Niederlage gegen das Deutsche Reich im Deutsch-Französischen Krieg 1871 mit dem Verlust der Industrieregion Lothringen und Teilen des Elsass. Zur Teilnahme an den beiden Weltkriegen kam es durch die Feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Auflösung des Kolonialreiches, die Aussöhnung mit Deutschland und die wirtschaftliche Entwicklung im Rahmen der EG zu zentralen Fragen. Auch die Förderung der Provinz im Vergleich zur Metropole Paris wird in mehreren Regionalentwicklungsplänen versucht.

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Die jüngere Geschichte:
Durch die Verfassungsänderung von 1958 erhielt der Präsident der Republik eine entscheidende Machtfülle. Er bestimmt den Ministerpräsidenten, ernennt die führenden Beamten, ist Vorsitzender des Ministerrates und leitet damit die Politik des Landes. Der Präsident wird direkt vom Volk für sieben Jahre gewählt. Nationalversammlung und Senat bilden das Parlament. Der Kompetenzbereich der gesetzgebenden Nationalversammlung ist gegenüber dem Ministerrat und dem Präsidenten stark eingeschränkt. Als Vertreter der Regionen des Landes hat der Senat praktisch nur vorübergehendes Vetorecht. Die Landesverwaltung ist zentral und straff organisiert. Verordnungen der Ministerien werden an die 95 Departements übermittelt.

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